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Los Angeles – Eine Liebe auf den dritten Blick

Los Angeles, die Stadt der Engel, hat auch eine hässliche Fratze – und ist dennoch eine der coolsten Städte der Welt. Allerdings muss man etwas Geduld mitbringen, um den Zauber zu entdecken.

Los Angeles – Eine Liebe auf den dritten Blick

Es sollte nur eine kleine Party bei einem «Bekannten von einem Bekannten» sein, hiess es. Nichts Besonderes, nur ein legerer Anlass. Schlussendlich spazierten wir in eine Villa am weltbekannten Rodeo Drive im Nobel-Ort Beverly Hills und schlürften Cocktails mit Leuten vom «Business», von der Filmbranche – Klatschgeschichten über die neusten Produktionen und Stars inklusive. Das ist so surreal wie Tage in Los Angeles nur werden können. Freilich braucht es etwas Glück, um dem Glanz und Glamour der Traumfabrik Hollywood so nahe zu kommen – unmöglich ist es nicht. Das Flair der Reichen und Schönen ist denn auch der wichtigste Grund für die 7 Millionen ausländischer Gäste, die jährlich nach Los Angeles jetten. Die Schönheit der 4-Millionen-Metropole ist es freilich nicht. Hand aufs Herz: La La Land, wie die Stadt auch genannt wird, ist ein hässliches Monstrum, das sich in die kalifornische Ebene gefressen hat: zu gross, zu laut, zu verstopft. Und dennoch ist Los Angeles eine der coolsten Städte des Planeten – aber man sollte etwas Ausdauer mitbringen. Der Reiz der Megacity erschliesst sich nämlich erst auf den dritten Blick

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Die ersten beiden Tage vergehen stets wie im Flug. Dann klappert man die «Musts» ab. Doch schon bald schleicht sich ein bitterer Beigeschmack in die Euphorie. Dann fallen die vielen Obdachlosen auf, dann erlebt man, dass die Dimensionen für Autos und nicht für Menschen gemacht sind, dann ist man es leid, Stunden im Stau zu stecken. Wer an diesem Punkt durchhält und nicht zu anderen Highlights in Kalifornien rauscht, entdeckt den wahren Reiz der Stadt und lässt sich durch Quartiere überraschen, die man sonst vermutlich links liegenlässt. Nachfolgend unsere Geheimtipps für die Stadt der Engel.

Food

Sawtelle Japantown

Auf dem Weg von Hollywood zum Strand von Santa Monica kommt man an der Sawtelle Japantown vorbei. Unbedingt einen Stop einlegen! Das japanische Quartier ist zwar nur vier Blocks gross, hier gibt es aber die tollsten Ramen-Restaurants von L.A. Die beste Nudelsuppe gibts bei «Tatsu Ramen» am Sawtelle Boulevard. Zum Schwelgen!

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Firestone Walker Brewing Company

Nur einen Steinwurf vom Venice Beach entfernt befindet sich die Craft-Brauerei Firestone Walker. Im hauseigenen «The Propagator Restaurant» gibt es Herzhaftes zum Bier (unbedingt eine «Line» bestellen mit verschiedenen Sorten). Der Fokus liegt auf Burger und Co., aber auch Tacos und Pizza sind zu haben. Sehr lecker.

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Kultur

Academy Museum of Motion Pictures

Noch wird fleissig gewerkelt, aber Mitte 2019 sollen endlich die Tore öffnen: Los Angeles erhält ein neues Filmmuseum. Das «Academy Museum of Motion Pictures» soll das umfassendste Museum zur Geschichte und Praxis des Filmemachens werden. In den Gebäuden des Stararchitekten Renzo Piano wird es neben einer Ausstellung auch Workshops und ein 1000-Sitze-Kino geben.

 

Greek Theatre

Weitgehend unbekannt bei Besuchern ist das Greek Theater im Griffith Park, Hollywood. Die Openair-Location bietet Platz für knapp 6000 Besucher. Auf die Bühne kommen hauptsächlich Konzerte von Klassik bis Techno. Ein Besuch bei einem Konzert kann man übrigens gut mit einem Spaziergang zum Griffith Observatorium verbinden, was oberhalb des Theaters liegt.

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Erlebnisse

Im Bahnhof Wein degustieren

Selten auf der To-Do-Liste der Besucher steht L.A.s Hauptbahnhof «Union Station». Der Bau aus den 30er Jahren gleicht aussen und innen einer spanischen Kolonialkirche – ein Muss für Bahn- und Architekturfans. Jeden zweiten Sonntag im Monat werden Führungen angeboten. Nicht verpassen sollte man einen der regelmässigen Events, wie Musik, Tanz oder Weindegustation.

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Bei einer Fernsehshow dabei sein

In Hollywood werden nicht nur Filme gedreht, sondern auch viele Fernsehshows produziert. Das Gute: Viele Shows brauchen ein Live-Publikum. Das Beste: Tickets zu bekommen ist gar nicht so schwer. Ein Renner derzeit ist die Late Show «Jimmy Kimmel live» mit täglichen A-Promis als Gästen. Kostenlose Tickets gibt es hier: abc.go.com/Shows/jimmy-kimmel-live

Selfie Spots

Hollywood Sign

DAS Foto von L.A. ist freilich der Hollywood-Schriftzug. Einen Selfie-Spot zu finden, bei dem man selbst und das Wahrzeichen gleichermassen gut getroffen sind, ist aber gar nicht so leicht. Am besten geht das im «Lake Hollywood Park». Zum Canyon Lake Drive fahren, Auto abstellen und zu Fuss seinen idealen Spot suchen.

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Griffith Observatory

Spätestens seit der Musical-Schnulze «La La Land» ist der Blick von der Sternwarte weltbekannt. Es gibt kaum einen schöneren Spot, um L.A. zu überblicken. Bei Sonnenuntergang ist man freilich nicht alleine, das Funkeln der Grossstadt haut einen dennoch um. Vorher kann man in dem Observatorium verschiedene Shows zur Sternenwelt besuchen.

Shopping

The Last Bookshop

Der Name des Buchladens «The Last Bookshop», der letzte Buchladen, ist ein Vorbote auf die Zeiten, wenn der Onlineriese Amazon Buchläden aufgefressen hat. Noch gibt es diesen kultigen Laden in einem Loft in Downtown. Ein Fest für Bücherfans!

 

Blue Planet

Venice Beach, Hollywood, Santa Monica: Die Faszination hat vor allem mit dem Lebensgefühl unter der ewigen Sonne zu tun. Der Klamotten-Laden «Blue Planet» hat dafür genau die richtigen Kleidchen, Jeans oder Bikinis im Vintage Summer-Feeling-Look. Mehrere Filialen, die Schönste befindet sich in Santa Monica. Jungs: leider nur für Mädels!

Ausgehen

Avalon: Tanzen mit Geschichte

Wohin zum Tanzen? Die Auswahl ist freilich riesig. Wer auf historische Locations steht, sollte im Avalon, Hollywood, vorbeischauen. Der Club befindet sich in einem Theater aus den 20er Jahren, in dem die wichtigsten Grössen der Jazz-Area gespielt haben. Elegant anziehen! Mit Schlabberlook kommt man nicht an den Türstehern vorbei.

 

The Abbey Food and Bar: Sehen und gesehen werden

Zur Abbey in West Hollywood geht man auch wegen des Essens, aber vor allem zum Sehen und Gesehen werden. The Abbey ist einer der berühmtesten Schwulen-Bars der Welt. An Feiertagen und abends steigt hier die Party, inklusive männliche Pole-Dancer. Viele Hollywoodstars beider Geschlechter schauen regelmässig vorbei. Augen auf!

 

Übernachten

Die Wahl eines Hotels ist nicht leicht: Los Angeles ist so gross, dass sich die Wege zu den Sehenswürdigkeiten ziehen. Ein Kompromiss ist die Downtown, die einigermassen zentral liegt. Cool ist das Ace Hotel in einem historischen Gebäude mit Rooftop-Bar- und Pool.

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Travel Basics

Rumkommen L.A.s Dimensionen sind riesig – und der ÖV mangelhaft. Daher empfehlen sich Uber-Taxis, auf die man immer nur wenige Minuten warten muss. Benötigt werden die Uber-App (in allen App-Stores erhältlich) und eine Kreditkarte.

Visum Schweizer Bürger benötigen einen gültigen Reisepass und müssen vor der Einreise die elektronische Einreisegenehmigung ESTA vorweisen. Diese muss online einige Tage vor dem Flug eingeholt werden. Nehmen Sie im Flughafen Los Angeles die Einreise-Automaten. Das erspart lästige Fragen durch die Grenzbeamten. ESTA Application

Wie komme ich hin Direkt aus der Schweiz fliegt die Swiss nach Los Angeles.

Weitere Informationen: Tatsu Ramen, Firestone Walker, Academy Museum, The Greek Theatre, Avalon, UNION STATION, The Last Bookstore, Planetblue, The ABBEY, ACE Hotel

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