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So gelingen die Veloferien – ein Guide für Erstfahrer

«Das Glück der Erde liegt im Sattel des Velos»! Stimmt: Man kann die frische Luft geniessen, die Landschaft bestaunen und jederzeit Rast machen. Auf was sollte man achten, bevor die Tour beginnt? Unsere zehn Tipps.

So gelingen die Veloferien – ein Guide für Erstfahrer

Die Route mit Bedacht wählen

Am liebsten möchte man sich einfach auf das Velo schwingen und losradeln. Ein gewisses Mass an Planung ist dennoch sinnvoll. Die Wahl der Route sollte sich vor allem am eigenen Fitnessgrad orientieren. Wer den ganzen Winter nicht vom Sofa kam, sollte mit einer flachen Tour starten. Sportcracks können auch die eigenen Grenzen austesten und über die Alpen fahren. Wichtig ist also: Bei der Planung nicht nur die Länge beachten, sondern auch das Höhenprofil.

Unser Tipp: Ein gutes Hilfsmittel bei der geografischen Planung ist zum Beispiel der Tourenplaner von Outdoor Active, der die individuellen Höhenmeter für jeden Abschnitt anzeigt.

 

Durchhaltevermögen aufbauen

Zur Vorbereitung der Ferien lohnt es sich, das bevorzugte Rad bereits im heimischen Umfeld auf mehreren Strecken «einzufahren». Damit sind viele Vorteile verbunden: Erstens gewöhnt man sich an den Sattel und die Fahreigenschaften. Zweitens kann man eventuell auftretende Defekte feststellen und beheben. Drittens baut man so ganz unkompliziert Durchhaltevermögen auf. Unbedingt vermeiden sollte man es, mit einem nagelneuen Velo gleich für mehrere Tage auf Tour zu gehen. Um lange Bergstrecken problemlos zu überwinden, ist ein E-Bike eine geniale (wenn auch eine etwas kostspielige) Anschaffung. Ein Elektro-Velo ist zudem eine tolle Lösung für Familienmitglieder, die aus körperlichen oder gesundheitlichen Gründen etwas Unterstützung beim Radeln brauchen.

 

Offizieller Radweg oder eigene Route

Je nach Grad der Abenteuerlust, kann man sich für eine vorgegebene Route entscheiden oder eine eigene Tour festlegen. Radler mit ein wenig Erfahrung können auch nur ein paar fixe Anhaltspunkte festlegen und flexibel die Strecke «suchen». Alle Versionen haben ihre Vor- und Nachteile. Festgelegte Radwege sind beispielsweise ausgeschildert und erleichtern das Navigieren enorm. Sie liegen meist in schöner Landschaft und abseits von befahrenen Strassen. Eine selbst ermittelte Route ist dagegen weniger überlaufen (insbesondere in den Ferienzeiten) und abenteuerlicher, aber gleichzeitig weniger verlässlich und sicher. Eine gesunde Mischung aus Abenteuer und Sicherheit ist für viele Radeinsteiger ideal.

Foto: Schweiz Tourismus

 

Navigation: Analog oder digital?

Bei der Navigation können Radler zwischen der Nostalgie-Version mit Karte und der modernen Handy-Version wählen. Bei der Navigation mit einer klassischen Karte aus Papier ist eine Lenkertasche mit Kartenfach hilfreich. Durch die Schutzfolie kann man die Karte bequem während der Fahrt lesen. Karte einstecken und los! Wer die digitale Version mit Handy bevorzugt, sollte sich eine Halterung für den Lenker besorgen. Auch so lässt es sich problemlos navigieren, ohne ständig das Handy aus der Tasche holen zu müssen. Es kann in manchen Regionen durchaus vorkommen, dass man mit dem Handy keinen Empfang hat. In solchen Fällen helfen Offline-Karten (Karten, die man auf sein Handy geladen hat) oder ein umfangreiches Fahrrad-Navigationssystem. Letztere gehen allerdings schnell ins Geld und sind in Zeiten von Smartphones für Hobby-Radler kaum noch nötig.

 

Ausrüstung: Mit ihr steht und fällt die Tour

Eine Grundausrüstung gehört auf jeder Radtour dazu: Das sind essenzielle Werkzeuge, regenfeste Kleidung, Wasser und Snacks, sowie Flickzeug. Dieser Kleinkram lässt sich mitsamt Geldbeutel leicht in einer Tasche am Lenker unterbringen. Wenn man plant für mehrere Tage bis Wochen unterwegs zu sein, müssen unbedingt wasserfeste Packtaschen her (sehr praktisch und robust sind die Packtaschen der Firma Ortlieb). Sie passen auf den Gepäckträger und lassen sich leicht an- und abmontieren. Immer dabei sein sollte auch ein hochwertiges Schloss. Vorsicht, Schlüssel nicht vergessen! Eines der meistbeanspruchten Körperteile beim Radfahren ist das Füdli. Aus diesem Grund sollte der Sattel individuell angepasst und so auch über lange Strecken komfortabel sein.

 

Tageslänge und Belastung

Der Erfolg der Tour hängt sehr stark von der körperlichen Belastung ab. Mit jedem weiteren Tag verbessert sich die Kondition des Körpers. Die richtige Anzahl von täglichen Stunden im Sattel ist daher essenziell. Es ist zudem wichtig, sich nicht zu viel vorzunehmen, damit Zeit zum Entspannen und Entdecken bleibt. Am besten plant man von vornherein eine leichte Route für die ersten Tage. Anschliessend kann der Schwierigkeitsgrad entsprechend der Erfahrungen angepasst werden. Mehr Geschwindigkeit oder Anspruch, beispielsweise durch mehr Aufstieg, lässt sich meist leicht einbauen.

Foto: Bern Welcome

 

Die wichtigsten Werkzeuge

Das richtige Werkzeug in einer kleinen Tasche ist für unterwegs unerlässlich. Dazu zählt auch ein Ersatzschlauch. Bei einem Platten kann kurzerhand der neue Schlauch eingesetzt, der löchrige Schlauch dann in Ruhe am Abend geflickt werden. Wichtig ist zudem eine Luftpumpe, die handlich aber dennoch kräftig genug sein sollte. Auch an Flickmaterial sollte man denken. Wahlweise sind «unplattbare» Reifen mit eingebautem Pannenschutzgürtel erhältlich. Sie halten unter anderem Scherben und Nadeln stand. Zum wichtigsten Werkzeug zählt ausserdem ein Multi-Tool, das beispielsweise für die Anpassung von Lenker, Sattel und Schaltung dient.

 

Kleidung: Eine kurze Packliste

Die Kleidung sollte der Jahreszeit entsprechend gewählt werden. Immer mit dabeihaben, sollte man eine Regenjacke und –hose – es gibt nichts Unangenehmeres als nasse Kleidung beim Fahren. Wie bei allen Sportarten, ist auch beim Velofahren atmungsaktiver Sportkleidung die beste Wahl. Sie ist leicht und angenehm luftig. Am besten trägt man bequeme, gut eingelaufene Schuhe oder spezielle Fahrradschuhe. Bei längeren Touren sollte man nicht mehr als vier Outfits einpacken, die unterwegs gewaschen werden können. Gewicht durch Übergepäck ist zusätzliche Pedalarbeit, die die Ferien schnell zur Tortur macht. Eine besondere Wohltat ist spezielle Unterwäsche für den Radsport oder eine Radlerhose. So vermeidet man wunde Stelle und taube Beine.

 

Unterkünfte: Vorher reservieren oder überraschen lassen

Nach einem Tag im Sattel und an der frischen Luft möchte man sich nur noch in die flauschigen Federn fallen lassen. Das geht mit dem eigenen Zelt oder auch in Unterkünften entlang der Route. Man sollte nicht einfach drauflosfahren, sondern abhängig von Reisezeit und Route im Voraus planen. Auf beliebten Strecken und zu Spitzenzeiten ist eine rechtzeitige Reservierung unerlässlich. In der Nebensaison kann man sich dann auch durchaus einmal überraschen lassen. Das bietet grössere Freiheit.

Unser Tipp: Auf der Webseite von Biroto gibt es eine Übersicht der rad-freundlichen Unterkünfte in der Schweiz, nach Postleitzahl sortiert.

Apps: Kleine Helfer, grosse Vorteile

Es gibt zahlreiche Apps für Radfahrer jeden Levels. Vier hilfreiche Anwendungen möchten wir hier zum Schluss kurz vorstellen.

Schweiz Mobile: Die App bietet eine Übersicht der Schweizer Velo-, Wander- und Kanurouten mit Höhenprofil und Beschreibung von Sehenswürdigkeiten. Auf der orthographischen Karte sieht man seine Position und findet leicht wieder auf den Weg zurück (wenn man sich mal verfahren haben sollte). Die App ist ein Muss für Outdoorsport in der Schweiz! Schweiz Mobil

Bike Computer: Europaweit sind die Radwege verzeichnet, auch offline und im Funkloch nutzbar. Plus Routenplaner und Aufzeichnung der gefahrenen Route. Das Ergebnis lässt sich direkt in den sozialen Medien teilen. Bike Computer Co.

Runtastic: Erhältlich für «Roadbike» und «Mountainbike», bietet vielfältige Funktionen und offline Karten, speziell an die Vorlieben angepasst. Runtastic

Endemondo: Karte und Fitness-Coach zugleich, auch für andere Sportarten, hilft dabei, Ziele zu erreichen. Nutzer können Geheimtipps und Empfehlungen von ihren Lieblingsstrecken teilen. www.endomondo.com

Weitere Informationen: outdooractive, Bicycle Routes & Tours

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