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Costa Rica – ein Paradies für Naturliebhaber

Faultiere, Krokodile und Vögel so bunt wie ein Malkasten: Costa Rica ist ein tropisches Paradies. Als letzte Wildnis gilt die Osa Halbinsel im Südwesten des Landes. Das Zuhause von Jaguaren, Goldgräbern und echten Reise-Abenteurern.

Costa Rica – ein Paradies für Naturliebhaber

Keine 50 Meter hinter dem Bootsanleger fläzt unser erstes Krokodil am Ufer und scannt die Umgebung nach Beute ab. Auch unsere kleine Nussschale hat das Vier-Meter-Vieh im Visier – und taucht dann doch ab, als wir uns auf Fotodistanz heranpirschen. Das erste Krokodil versetzt ins in schiere Ekstase; ebenso wie die brüllende Affenbande, die ein paar Kurven weiter durch den Regenwald hangelt. Auf einem Fluss wie Milchkakao schippern wir hinein in das grüne Dickicht der Osa Halbinsel im Südwesten Costa Ricas und fühlen uns ein bisschen wie Indiana Jones.

Foto: TravelBistro

Die kleine Landzunge gilt als wildester Teil des zentralamerikanischen Landes. Während andere Regionen Costa Ricas eine perfekte touristische Infrastruktur aufweisen, schlummert die Osa Halbinsel noch im Dornröschenschlaf. Die Region so gross wie der Kanton Zürich ist ein Insider-Tipp für Entdecker, Abenteurer und Naturliebhaber.

Wo wir nicht mit dem Boot weiterkommen, ruckeln wir mit Jeeps durch überflutete Senken und Schlammpisten, die man nur mit gutem Willen als Strasse bezeichnen kann. Manchmal brechen Regenschauer biblischer Ausmasse über das Land herein, unter denen selbst unsere Hightech-Kleidung kapituliert. Von der Plane, die unsere Koffer auf dem Dach schützen soll, ganz zu schweigen.

Foto: TravelBistro

Faszinierende Tier- und Pflanzenwelt

Schatzkästlein und touristisches Highlight der Osa Halbinsel ist der Corcovado Nationalpark – der grösste zusammenhängende Regenwald an der amerikanischen Pazifikküste. 40 000 Hektar undurchdringliches Dickicht und das Zuhause von 2,5 Prozent aller Lebewesen der Welt. Hier wimmelt es von Tieren – unsere ungeübten Augen entdecken allerdings nur einen Bruchteil davon.

«Ihr rennt durch den Regenwald wie ein Analphabet durch eine Bibliothek», grinst Naturführer Pedro, mit dem wir durch den Nationalpark hiken. Wo wir nur einen Vorhang riesiger Blätter sehen, erspäht Pedro bizarre Insekten, schlafende Affen, Kaimane und immer wieder Vögel von schattenschwarz bis LSD-bunt. Mit etwas Glück sieht man gar Jaguare, Pumas oder Tapire.

Doch auch ausserhalb des Nationalparks sind wundersame Tierbegegnungen an der Tagesordnung. Da kann es schon mal passieren, dass ein Ameisenbär durch das Restaurant schlappt oder ein Faultier an einer Zipline hängt.

Foto: TravelBistro

Verständlich, dass die Bewohner der Osa Halbinsel ihr kleines Paradies lieben. Und es manchmal lautstark gegen habgierige Investoren verteidigen, die hier das grosse Tourismus-Geld wittern. «Schau dich um», sagt der Goldgräber Juan. «Das ist das Paradies». Juan lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in ein paar einfachen Hütten mitten im Regenwald. «Ich würde hier nie wegziehen», sagt er stolz, auch wenn das Leben hart ist. 

Rote Augen zum Verlieben

Costa Ricas inoffizielles Nationaltier ist der Rotaugenlaubfrosch – kein Werbeprospekt kommt ohne die herzigen Tiere aus. Kein Wunder: Mit seinen roten Glubschaugen schaut der Frosch treuherzig wie ein Hund. Die bis zu 7 Zentimeter langen Tiere klettern mit ihren Saugnäpfen bis in die Baumkronen. Mit etwas Glück, kleben die nachtaktiven Tiere am Fliegengitter des Hotels. Nicht anfassen! Viele Frösche Costa Ricas sondern auf ihrer Haut ein Gift ab.

Frosch Costa Rica

Foto: Costa Rica Tourism Board

Abenteuer Goldschürfen

Juan schnallt sich eine Machete um, schultert eine Schaufel und macht sich in die Wildnis auf. An einem grossen Felsbrocken in einem Bach macht er Halt. «Das ist eine gute Stelle». Der gebrechliche Mann hackt den Boden auf und spült den Schlamm über ein Sieb. Das schwerere Gold bleibt am Boden kleben. Was aussieht wie ein romantisches Wildwest-Abenteuer ist in Wirklichkeit ein Knochenjob. Bücken, schaufeln, sieben. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei über 90 Prozent, das treibt den Schweiss aus den Poren.

Foto: TravelBistro

Nach zwei Stunden hat Juan 100 Milligramm Gold gefunden – orangene Funken in schwarzem Schlamm. Wir sind begeistert, doch für den Profi sind 100 Milligramm zum Überleben zu wenig. «Ich muss ein bis zwei Gramm finden, um meine Familie zu ernähren». Ab und zu zeigt er deshalb Touristen das Goldschürfen und verdient sich den nötigen Zustupf.

Organisiert werden solche Erlebnisse durch die Non-Profit-Organisation «Caminos de Osa», die uns auch die Übernachtung in der familiengeführten «Danta Corcovado Lodge» empfiehlt. Mitten im Urwald schlafen wir in Bungalows, deren Wände nur aus Fliegendraht bestehen. Draussen knarzt, röhrt und schnarrt es. Im Taschenlampenlicht funkeln Augen. Am nächsten Morgen zeigt uns Merlyn das Bild aus einer Fotofalle von letzter Nacht. Darauf zu sehen: Ein Puma auf der Pirsch. Gänsehautfeeling!

Travel Basics

Corona Update Seit dem 1. November ist die Einreise für Reisende aus der ganzen Welt wieder möglich. Der internationale Flugbetrieb wurde wieder aufgenommen. Beim Abflug muss eine internationale Reisekrankenversicherung und ein ausgefülltes Online Gesundheitsformular (www.salud.go.cr) vorgewiesen werden. Ein PCR-Tests ist nicht mehr nötig. (Stand Dezember 2020)

Hinkommen Edelweiss Air fliegt direkt von Zürich nach San José. www.flyedelweiss.com

Einreise Zur Einreise genügt ein Reisepass.

Reisezeit Costa Rica mit seinen tropischen Temperaturen ist eine Ganzjahresdestination. Hauptreisezeit ist die «Trockenzeit» mit wenigen Regenfällen etwa von Dezember bis Mai. Von Mai bis November kann es teilweise heftig regnen (meist sind die Vormittage sonnig, nachmittags setzt für 2-3 Stunden der Regen ein) dafür hat es weniger Touristen.

Geld (Costa-Rica-Colón) kann am Geldautomaten abgehoben werden. Kreditkarten werden weitgehend akzeptiert. Es kann auch mit US-Dollars bezahlt werden; allerdings zu einem schlechteren Umtauschkurs. Das Tauschen von Schweizer Franken in Colónes ist oft schwierig: Als Bargeld Dollars oder Euros mitnehmen.

Gesundheit Costa Rica ist ein tropisches Land. Daher sollte man sich vor der Reise bei seinem Hausarzt oder einer Fachstelle für Reisemedizin über etwaige Impfungen und Verhaltensregeln (Moskito-Schutz) erkundigen. Erste Informationen gibt es hier: www.safetravel.ch

Einpacken Leichte Sommerkleidung, die schnell trocknet. Gute Regenjacke, Sonnen- und Mückenschutz sind ein absolutes Muss. Wer in der Regenzeit auf die Osa Halbinsel reist, muss Kleidung und Elektronik gut gegen Nässe schützen. Für Tagesausflüge einen wasserdichten Rucksack.

Informationen: visitcostarica; Aratours; dantalodge; caminosdeosa

 

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