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Die Wahl des richtigen Reisemobils

Immer mehr Menschen erfüllen sich den Traum eines mobilen Zuhause. Reisen im Camper ist in Mode, denn die Einfachheit des Seins und die Nähe zur Natur bieten einen guten Ausgleich zum stressigen Alltag. Doch die Auswahl an Fahrzeugen ist mittlerweile beachtlich – auf was sollte man vor dem Kauf achten? Wir haben Antworten.

Die Wahl des richtigen Reisemobils

Der Entscheid für das Camperleben

Bevor man sich überhaupt mit den Details zu den einzelnen Fahrzeugtypen beschäftigt, stellt sich eine ganz grosse Frage: Ist das Camperleben auch wirklich für mich geeignet oder folge ich da nur einem Trend? Kommen beim Gedanken an Campings und Abendessen unter dem Sternenhimmel Kindheitserinnerungen hoch oder beneide ich den Nachbarn, wenn er mit seinem Wohnwagen losfährt? Was motiviert mich, ein Reisemobil anzuschaffen? Es ist wichtig, sich vor dem Kauf eines kostspieligen Gefährts diese Fragen zu stellen. Sicherheitshalber lohnt es sich die ersten Ausflüge und Ferien mit einem gemieteten Wohnmobil zu verbringen. So können verschiedene Modelle getestet werden und man merkt rasch, ob man auch wirklich für das spartanische Leben auf engem Raum geschaffen ist.

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Checkliste für den Kauf des richtigen Campervan

Wenn der Entscheid einmal gefällt ist, sich selber ein Reisemobil anzuschaffen, gibt es vor dem Kauf einige Punkte zu beachten. Wichtig ist, für sich selber zu beantworten, welche Komfortbedürfnisse man hat und wo, wann, wie das Fahrzeug eingesetzt werden soll. Hier eine kleine Checkliste, die bei der Qual der Wahl weiterhilft:

Einsatzbereich und Reisedauer

Eine der ersten Fragen, die man sich bei der Wahl des Reisemobils und dessen Ausstattung stellen sollte, ist die Überlegung, wo setze ich das Fahrzeug ein und für welche Zeitdauer. Die Wahl wird anders ausfallen, wenn das Fahrzeug zweimal im Jahr für eine Woche im Sommer in Italien gebraucht wird oder man eine dreimonatige Reise durch Skandinavien plant. Dabei ist die Temperatur ein Thema, aber auch wie sehr will ich Offroad fahren und brauche daher einen 4-Radantrieb und ein etwas höher gebautes Fahrzeug.  Und will ich eher wild campieren oder bevorzuge ich Campingplätze für die Übernachtung.

Alltagsauto oder Zweitauto

Für viele Kleinbusbesitzer ist das Fahrzeug einerseits ein Camper, aber auch ein Nutzfahrzeug für den Alltag wie z.B. zum Einkaufen, Ski fahren etc. Will man das Auto nicht ausschliesslich als Camper nutzen, ist es wichtig sich dessen beim Entscheid des Kaufes bewusst zu sein, weil sicher mehr Kompromisse eingegangen werden müssen als bei einem «reinen Camper».

Finanzielle Mittel

Die Frage ist, wie viel will und kann ich in ein Reisemobil investieren. Dabei müssen nebst den reinen Anschaffungskosten auch weitere Ausgabeposten wie allfälliger Ausbau, Unterhalt, Versicherung, Treibstoffverbrauch, Steuern, Parkplatz und Reparaturen berücksichtigt werden. Wichtig ist zu wissen, dass auch bei wenig Nutzung ein Fahrzeug regelmässig gewartet werden muss und einen möglichst sicheren und wenn möglich gedeckten Stellplatz benötigt.

Selbstausbau versus fixfertiges Reisemobil

Ein Auto nach eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen auszubauen, scheint zwar auf den ersten Blick ein spannendes und erfüllendes Erlebnis zu sein, kann aber auch sehr bald im Frust enden, wenn die nötigen Vorkenntnisse nicht vorhanden sind. Zudem ist die Umsetzung langwierig und muss als Weg zum Ziel betrachtet werden. Wer sich nicht sicher ist, ob er sich diesen Aufwand aufbürden möchte, der sollte besser ein bereits ausgebautes Gefährt kaufen. Dieses kann mit Dekoration immer noch sehr individuell eingerichtet werden.

Ausstattung und Technik

Vor dem Kauf eines Campers ist es auch wichtig sich zu fragen, welche Bedürfnisse in Sachen Ausstattung, Luxus, Bequemlichkeit vorhanden sind. Möchte ich ein grosses Bett oder mehr Platz zum Kochen. Ist es mir wichtig möglichst lange autark leben zu können und will ich Dusche-WC oder lieber ein kleineres Fahrzeug, dafür weniger Komfort. Sich über die eigenen Bedürfnisse bewusst zu sein, beantwortet viele Fragen zur nötigen Ausstattung.

Grösse des Fahrzeugs

Aus der Definition der Ausstattung ergibt sich dann meist auch in etwa die Grösse des Fahrzeugs. Denn je mehr Komfort und Autarkie, desto grösser wird das Fahrzeug. Wichtig ist zu beachten, dass bei Fahrzeugen über 3,5t der C1 Fahrausweis und bei über 7,5t sogar die Lastwagenprüfung (Kategorie C) gemacht werden müssen! Daher sollte man sich sehr gut überlegen, wie viel muss und was darf sein. Ein weiteres Kriterium bei der Grösse ist die Stehhöhe. Wenn man das Reisemobil vor allem zum Schlafen braucht, muss man nicht zwingend darin stehen können und hat dafür ein niedrigeres Fahrzeug.

Anzahl Reisende

Die Anzahl Reisende bzw. im Fahrzeug schlafende Personen ist ebenfalls ein grosser Punkt. Das ist vor allem bei Familien ein Thema, weshalb darauf im nächsten Abschnitt noch genauer eingegangen wird.

Wer sich vor dem Kauf zu diesen Punkten Gedanken macht und die sich stellenden Fragen ehrlich für sich beantwortet, erspart sich viel Ärger und kann das Camperleben nach seinen Vorstellungen geniessen. Denn das Vanlife, so schön wie es ist, hat auch seine Tücken. Diesen vorzubeugen, gilt der Fokus bei der Wahl des richtigen Fahrzeugs.

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Vanlife mit der ganzen Familie

Wer sich überlegt einen Camper für Familienferien oder sogar längere Reisen mit der Familie anzuschaffen, der muss sich nebst den in der Checkliste aufgeführten Punkte noch ein paar weitere Gedanken machen.

Ein grosses Thema ist das Grösser werden der Kinder und allfälliger weiterer Nachwuchs. Ist das Reisen mit einem Kleinkind noch absolut machbar, ist es mit drei pubertierenden Teenagern schon wieder etwas ganz anderes. Daher ist es wichtig, dass innerhalb eines Campers trotz engen Platzverhältnissen kleine Rückzugsorte geschaffen werden, wo jeder einmal etwas für sich sein kann und die Einrichtung modular gestaltet ist, so dass sie dem jeweiligen Alter der Kinder angepasst werden kann.

Auch entscheidend ist sich bewusst zu sein, dass bei einer ganzen Familie auch allerlei an Gepäck dazu kommt. Jeder hat seinen Koffer, es braucht mehr Essen, Wasser und mehr Platz für Sport- und Freizeitartikel. Und damit ist dann rasch viel Gewicht und Volumen beieinander, so dass ein kleineres bis mittleres Fahrzeug meist schnell zu eng wird und mindestens ein kleiner Laster her muss, um allen Bedürfnissen gerecht zu werden.

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