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Fünf spezielle Weihnachtsbräuche weltweit

Jedes christlich beeinflusste Land hat seine eigenen Weihnachtsbräuche – ob es nun eine weihnachtliche Rollschuhfahrt, eine Gewürzgurke im Baum oder das Verstecken von Besen ist. Wir haben fünf aussergewöhnliche Bräuche aus aller Welt zusammengetragen.

Fünf spezielle Weihnachtsbräuche weltweit

El Gordo“ (Der Dicke): Nationallotterie in Spanien

Viele haben schon von dem spanischen Riesenevent an Weihnachten, üblicherweise am 22. Dezember, gehört: Die nationale Lotterie „El Gordo“ schüttet die höchste Summe des Jahres aus, jeweils etwa 2,4 Milliarden Euro. Diese Tradition existiert schon seit dem späten 19. Jahrhundert. Anstatt von einer Lottofee, werden die Gewinnzahlen traditionell von 22 singenden Schulkindern verkündet. Familien und Freunde kommen während der Ziehung mit ihren Lottoscheinen zusammen und hoffen gespannt auf ein ganz besonders saftiges Weihnachtspräsent.

Übrigens: Es gibt unterschiedliche Los-Arten, wobei die meisten Spanier sich ein Zehntel-Los (décimo) kaufen. Damit hat man, im Vergleich zu einem kompletten Los, allerdings auch „nur“ Chancen auf ein Zehntel der gesamten Gewinnsumme. Auch Schweizer dürfen mitmachen.

 

Hexenbesen verstecken: Weihnachtsbrauch in Norwegen

Man könnte meinen, dass die Norweger den Hausputz während der Weihnachtszeit vernachlässigen. Schliesslich findet man nirgendwo Besen oder Reinigungsgeräte mit langem Stiel. Der Grund dafür ist allerdings kein Mangel an Reinlichkeit, sondern eine Weihnachtstradition: Wer die Utensilien nicht rechtzeitig versteckt, riskiert, dass sie von Hexen und anderen bösen Geistern stibitzt werden. Spätestens seit „Bibi Blocksberg“ mit ihrem fliegenden Besen sind Hexen dafür bekannt, dass sie gern auf dem Borstenpferd reiten. Die bösen Gestalten kommen angeblich am Weihnachtsabend auf die Erde und könnten am norwegischen Nachthimmel Unruhe stiften.

Schönes Detail: In Norwegen werden die Geschenke nicht vom Christkind, sondern vom Troll Julenissen verteilt. Zum Dank erhält er traditionell eine Schüssel Haferbrei.

Foto: Shutterstock

Zur Kirche rollen: Venezuelas Rollschuh-Tradition

Viele südamerikanische Länder sind streng christlich, unter anderem Venezuela. In der Hauptstadt Caracas geht es an Weihnachten recht sportlich zu: Anstatt mit dem Auto vorzufahren oder mit der ganzen Familie einen Weihnachtsspaziergang zur Christmette zu machen, wird hier Rollschuh gefahren. Von klassischen Vierrad-Rollschuhen bis zu sportlichen Inline-Skates ist alles erlaubt. Damit alle sicher ankommen, werden sogar ganze Strassen für die Rollschuh-Parade abgesperrt. Am Abend davor gibt es eine weitere ausgefallene Tradition: Kinder binden eine Schnur um ihren grossen Zeh, die dann zum Fenster hinausgehängt wird. Freche Nachbarn dürfen im Vorbeifahren daran ziehen.

 

Gewürzgurken bringen Glück: Baumschmuck in den USA

Diese goldenen und roten Weihnachtskugeln werden doch jedes Jahr langweiliger. Was könnte man wohl dieses Jahr an den Baum hängen? Wie wäre es mit einer Gewürzgurke! Diese Idee hatten wohl ein paar einfallsreiche Amerikaner, wobei der genaue Ursprung der Tradition unklar ist. Es wird keine echte Gurke, sondern eine aus geblasenem Glas an den Baum gehängt. Wer das grüne Etwas im Baum erspäht, bekommt ein zusätzliches Geschenk. Je nach Alter der Kinder wird der Schwierigkeitsgrad in Form der Gurkengrösse angepasst.

Ulkig: Die Amerikaner sind sich sicher, dass der Brauch aus Deutschland stammt. Dort haben allerdings nur die Amerika-Versierten jemals von der „Christmas Pickle“ gehört.

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Katze frisst Kinder: Isländische Sage

Noch mehr als Norwegen, ist auch Island bekannt für seine Vielzahl an mythischen und magischen Gestalten. Aus diesem Grund wurden in dieser geheimnisvollen Landschaft die meisten Game of Thrones Folgen gedreht. Eine der vielen isländischen Sagen beschreibt die Katzenfigur Jólakötturinn. Sie frisst angeblich an Weihnachten unartige Kinder, die ihren Aufgaben nicht nachgekommen sind oder sich nicht wie alle anderen gebadet und frisch angekleidet haben. Damit reiht sich die Weihnachtskatze neben Knecht Ruprecht und anderen Vertretern der „Weihnachtsaufsicht“ wie zum Beispiel dem österreichischen Krampus ein. Diese dunklen Gestalten rufen mit ihrem ehrfurchtgebietenden Erscheinungsbild und ominösen Züchtigungsmassnahmen zu Gehorsam auf.

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