Wunderland Kroatien – Mit der Yacht durch die versteckte Inselwelt

Antike Städte, Nationalparks, paradiesische Buchten und eine mediterrane Top Küche – diese Traumziele auf der Route der Yacht «Romantic Star» von Opatija bis nach Split sollten auf die Bucketlist.

Wunderland Kroatien – Mit der Yacht durch die versteckte Inselwelt

Rabac

Eine glitzernde Bucht, bunte mediterrane Häuser, die sanft in einen Hügel mit Pinien- und Olivenbäumen eingebettet sind: im verträumten Rabac ist es Anfang Oktober angenehm warm und vor allem ungewöhnlich ruhig. Etwas anders ist die Stimmung hier im Sommer. Denn das ehemalige kleine Fischerdorf an der Ostküste Istriens ist aufgrund seiner weissen Kieselstränden ein beliebter Badeort bei Einheimischen. Traumhaft ist der Strand St. Andrea, der in einer herrlichen Bucht auf der gleichnamigen Halbinsel liegt. Etwas weniger sexy sind die Hotelbunker aus der Zeit des ehemaligen diktatorischen Staatschefs Jugoslawiens, Tito. Keine Sorge, sie liegen ausserhalb des Zentrums an einem schönen Strand und wurden in der Zwischenzeit renoviert.

Unser Tipp: In Rabac sollte man bei den Restaurants an der Uferpromenade genau hinsehen. Die beste Adresse ist laut Experten die Trattoria La Pentola. Hier gibt es frisch gefangene Fische vom Grill, aber auch Pizzen und Burger. Eine echt coole Outdoor-Location zum Abtanzen mit Pool ist «The Beat Beach Club Rabac». Auch in der «Movie Lounge Bar» geht nachts ganz schön die Post ab.

Pula

Freunde der römischen Kultur aufgepasst – dieser Land-Ausflug ist ein Muss: Lediglich 48 Kilometer von Rabac entfernt liegt Pula. In der grössten und ältesten Stadt Istriens errichteten die Römer im ersten Jahrhundert einen Flottenstützpunkt. Beeindruckend sind die erstaunlich gut erhaltenen Baudenkmäler wie das Herculestor, der Triumphbogen Goldenes Tor oder der Augustus-Tempel. Strahlend weiss leuchtet das frisch renovierte Amphitheater, das aus einheimischem Kalkstein gebaut wurde. Über 20’000 Menschen trafen sich hier vor 2000 Jahren, um den Gladiatoren zuzusehen, wie sie gegen Bären und Löwen kämpften. Heute finden hier zum Glück andere kulturelle Events wie Festivals, Opern und Konzerte statt. Einen ihrer letzten Auftritte auf dieser Bühne hatten die Legenden Joe Cocker und James Brown.

Unser Tipp: Käse, Kräuter-Schnäpse und Liköre, Honig, Marmelade, Olivenöl, getrocknete Früchte, Lavendel und andere Naturprodukte: Wer in Pula ist, darf den grossen Obst- und Gemüsemarkt am Anfang der Einkaufsmeile Flanticka Ulica nicht verpassen. Gleich nebenan befindet sich die Markthalle, in der täglich frische Fische und Metzgerwaren verkauft werden.

Foto: TravelBistro

Rab

Sie ist eine ehemalige venezianische Hochburg und ist auf dem Seeweg schon von weitem zu erkennen: Die traumhafte Festungsstadt Rab hat sich einen Namen als «Silberne Blume Europas» gemacht. Hier lassen sich Naturfreaks, Geniesser aber auch Freunde der Kultur nieder. Kennzeichen sind die vier uralten Glockentürme, die herrschaftlichen Patrizierhäuser aus weissem Kalkstein und die jahrtausendealten Gotteshäuser wie etwa das Kloster des heiligen Antons. Blumen, Kakteen, Pinien und Zypressen tragen zum romantischen Stadtbild bei und sorgen für eine mediterrane Stimmung. Rab ist sehr beliebt bei Seglern und Wassersportlern, aber vor allem auch bekannt für seine weissen Sandstrände. Wer Abwechslung vom beliebten Stadt-Strand will, kann mit einem Wasser-Taxi auf die gegenüberliegende Insel Otok Dolin fahren. Egal wie man seinen Tag auf Rab verbringt – das Wichtigste ist: immer mit Gemütlichkeit.

Unser Tipp: Auch hinsichtlich Kulinarik ist Rab genial. Einheimische Spezialitäten wie den Fischeintopf Buzara, Oktopus-Salat oder grilliertes Fleisch isst man am besten im Restaurant Labirint oder auf der Dachterrasse des Astoria mit Blick auf die schöne Bucht. Preiswert und lecker ist das Fischrestaurant Sanpjer an der Promenade.

Foto: TravelBistro

Zadar

Die ehemalige römische Siedlung und Hauptstadt des byzantinischen Dalmatiens hat einiges durchgemacht: Von den Osmanen bedroht, durch Bombenangriffe der Alliierten in Schutt und Asche gelegt, wurde sie auch von der Jugoslawischen Volksarmee angegriffen. Diese Spuren sind jedoch längst beseitig. In der 80’000-Einwohner-Metropole schlendert man durch die schöne Altstadt, begutachtet die römischen Überreste, besucht die Donatuskirche aus dem 9. Jahrhundert und den Platz des Volkes, der über die Flaniermeile Siroka Ulica erreichbar ist. Viele sitzen auch gemütlich an der Uferpromenade, hören Künstlern zu, lassen sich von der Meeresorgel berieseln und beobachten den Sonnenuntergang. Sobald es dunkel geworden ist, wird das Werk Sonnengruss – eine runde Fotvoltaik-Solarmodul-Installation bestehend aus 300 mehrschichtigen Glasplatten – zum wahren Farb-Spektakel. Wer Lust auf eine gute italienische Küche mit kroatischem Flair hat: im Restaurant 4 Kantuna schmeckt es richtig gut.

Unser Tipp: Knappe zwei Stunden Autofahrt von Zadar entfernt, liegt das kroatische Naturparadies schlechthin: der älteste und grösste Nationalpark Plitvicka Jezera oder Plitvicer Seen. 16 blaugrüne Seen voller Forellen, Wasserfälle, märchenhafte Wälder und abenteuerliche Felsformationen können bei einer leichten Wanderung entdeckt werden. Der Nationalpark war Drehort von Winnetou-Verfilmungen wie der Schatz im Silbersee und ist dementsprechend sehr gut besucht. Es lohnt sich, früh hinzufahren und sein eigenes Picknick mitzunehmen.

Insider-Tipp

Oliven- und Trüffelöl, Honig oder Schafskäse sind beliebte Mitbringsel aus Kroatien. Vor allem an den Märkten bieten Händler ihre frischen Produkte an. Wichtig: Damit kein billiges Import-Produkt aus China in der Tasche landet – einheimische Delikatessen sind mit dem Kürzel OPG (Obiteljsko poljoprivredno gospodarstvo, zu Deutsch: familieneigener Landwirtschaftsbetrieb) gekennzeichnet.

Bol

Bol ist vielleicht auf den ersten Blick nicht spektakulär. Doch das mittelalterliche Städtchen an der südlichen dalmatinischen Küste hat es hinsichtlich Stimmung in sich: Vor allem während des Sonnenuntergangs ist die romantische Abendstimmung im kleinen Hafen mit all seinen Yachten und Booten kaum zu überbieten. Berühmt ist Bol jedoch aufgrund seiner Strände: spektakulär ist das Goldene Horn – ein Strand, dessen sandige Landzunge weit in die Fluten hinausragt und je nach Wind und Strömung seine Form verändert. Fundstücke aus der Antike finden Interessierte im Dominikanerkloster aus dem 12. Jahrhundert und wer sich lieber von der Weinkultur berauschen lässt: direkt am Strand befindet sich die Stina-Weinkellerei – das Degustieren lohnt sich!

Unser Tipp: 780 Meter über Meer lässt ein Bergsteigerherz vielleicht nicht höherschlagen. Der Vidova Gora ist jedoch der höchste Punkt der kroatischen Inselwelt und bietet Wanderlustigen eine top Aussicht auf die Lavendel-Insel Hvar und das Goldene Horn, das – wie die Kroaten sagen – der meist fotografierte Strand des Landes ist. 

Foto: TravelBistro

Primosten

Wer Badeferien abseits der Massen sucht: Auf einer winzig kleinen runden Halbinsel zwischen den Stränden von Sibenik und Trogir liegt Primosten. Die Hafenstadt mit ihren alten dalmatinischen Steinhäusern und den blühenden Gärten ist derart klein, dass sie sich in 20 Minuten zu Fuss umrunden lässt. Hier ankern gemütliche Segler, die sich ins kalte Nass stürzen, während sich die Badegäste an den weissen Kieselstränden sonnen. Der beliebte «Maia Raduca» liegt in einer geschützten Bucht und ist ein wahres Paradies, auch für Familien. Am Ende dieses weissen Kieselstrands liegt das edle Golden Rays Luxury Resort mit Infinity-Pool und direktem Zugang zum Meer.

Unser Tipp: In den Konas (Gasthäuser) und Restaurants stehen die berühmten (Zucht-) Muscheln und Austern aus den Fjorden von Sibenik auf der Speisekarte. Richtig gute Meeresfrüchte-, Fisch- und Fleischgerichte mit einer top Aussicht auf die Bucht gibt es im «Panorama» sowie im «Mediteran». Für den kleinen Hunger sind die kroatischen Tapas und Weine im «Agape» zu empfehlen.

Die Kornaten

Ein Highlight jeder Kroatien-Kreuzfahrt sind die Kornaten. Die Inselgruppe zwischen Zadar und Sibenik gehört zu den schönsten Regionen der Welt. Je nach Quelle zählen zwischen 125 und 152 kleine, wilde Inseln und Riffe zum grössten Archipel des Mittelmeeres, das aufgrund des Tiefgangs und der teils eng aneinander gereihten Inseln lediglich mit (Segel-)Booten oder Yachten befahrbar ist. Der Legende nach soll Gott die bei der Welterschaffung übrig gebliebenen Steine dort deponiert haben. Gottverlassen ist der Nationalpark jedoch nicht, auch wenn es weder Städte noch Verkehr gibt – abgeschieden vom Rest der Welt werden einige der Inseln von Bauern bewirtschaftet, teilweise sind kleine Kapellen zu sehen. Ein Traum!

Unser Tipp: Wo ankern und essen? Urig und einmalig ist die Atmosphäre in der Konoba Krsovica. Diese wird von Hippie-Chef Goran Krsovica betrieben und liegt in der ruhigen Telascica Bucht. Die Küche ist einfach aber sehr geschmacksvoll: Spezialitäten sind frischer Fisch, Oktopus-Salat, Lamm vom Grill oder wilder Spargel mit Ei. Sein Sohn Sebastian betreibt von Juni bis Mitte September in der Bucht den schwimmenden Mini-Markt «Toni Markt».

Foto: TravelBistro

Split

Das Einlaufen in den Hafen von Split ist phantastisch und versetzt in Zeiten von anno dazumal. Was einen in der jahrtausendalten Stadt an der dalmatinischen Küste Kroatiens erwartet, ist vorerst nicht einmal zu erahnen. Denn Split überrascht nicht nur aufgrund seiner schönen Strände wie etwa das Besuchermagnet Bacvice: Die historische Uferpromenade und die mystische Atmosphäre rund um den ehemaligen kaiserlichen Diokletian-Palast, der den Kern der Altstadt bildet und seit 1979 zum UNESCO-Welterbe gehört, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Den Rundgang sollte man beim Bronzenen Tor starten, das ins Untergeschoss Podrumi und durch die kühlen Gewölbe des Palastes führt. Stehen geblieben ist man hier aber nicht. Im Gegenteil: in den romantischen, verschachtelten Gassen herrscht ein grossartiger moderner Groove. 

Unser Tipp: Schon das Schlendern durch die uralten Gassen ist ein Erlebnis und erinnert an die Serie Game of Thrones. Hier ein Tipp von Hrvoje, der Kapitän der Romantic Star: Die besten einheimischen Gerichte wie Buzara (Fisch- und Meeresfrüchte-Eintöpfe) serviert man im «Makarun», im Herzen der Stadt. Wir waren da und können bestätigen: es ist zwar nicht ganz einfach, das Restaurant in den verschachtelten Gassen zu finden. Doch es lohnt sich auf jeden Fall!

Foto: TravelBistro

Mein persönliches Fazit

Eine Yacht-Rundreise entlang der kroatischen Adria ist ein unvergessliches Erlebnis. Aufgrund der optimalen Grösse des Schiffes können wunderschöne Buchten mit kristallklarem Wasser und kleine Häfen angelaufen werden. Dies, in einer sehr entspannten Atmosphäre. Weil die Kreuzfahrt eine Halbpension beinhaltet, konnten wir abends in lokalen Restaurants essen und Bars testen. Um welche Zeit wir zurück auf das Schiff gehen und ob wir an den Ausflügen teilnehmen, das war allein unsere Sache. «No stress» lautete die Devise, passend zum Groove der Kroaten, die übrigens vorbildlich für den guten Erhalt und die Sauberkeit ihrer antiken Städte, Strände und Gewässer sorgen.

Travel Basics

Hinkommen Mit der Air Croatia direkt ab Zürich nach Zagreb oder Split (je nach Schiffs-Route).

Package Kroatien mit einer Yacht bereisen, ist mit Reisebüro Mittelthurgau möglich.

Währung An Bord kann bar mit Euro oder mit der Landeswährung Kuna bezahlt werden. An Land kann man grundsätzlich überall mit Euro bezahlen. Die besten Käufe macht man jedoch in Kuna. In Kroatien gibt es sehr viele Geldautomaten. Den besten Kurs gibt es in den Wechselstuben.

Beste Reisezeit Grundsätzlich kann man Kroatien das ganze Jahr hindurch besuchen. Die Reisezeit für Yacht-Kreuzfahrten ist ab April bis Oktober. Im April, Mai, September und Oktober sind die Temperaturen meist angenehm warm, zudem hat es in diesen Monaten weniger Touristen als in der heissen Zeit im Juni, Juli und August.

Weitere Informationen und Buchungen: Reisebüro Mittelthurgau

#Über Autor

#Das könnte Sie auch interessieren