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Ferieninsel Chalki – Sommer, wie er sein sollte

Die griechische Ferieninsel Chalki taucht in keinem Reiseführer auf. Denn Sehenswürdigkeiten gibt es keine. Dafür herrliches Nichtstun, Zeit vergessen und in den Tag träumen. Der perfekte Sommer.

Ferieninsel Chalki – Sommer, wie er sein sollte

Manche Reisereportagen sind ein Kinderspiel. Für diese hier über die kleine griechische Insel Chalki reicht ein Satz: Packen Sie Ihre Koffer, fahren Sie nach Chalki und geniessen Sie die wohl schönsten Ferien seit langem!

Selbst unser Reiseführer schweigt sich über die 1-Dorf-200-Bewohner-Insel in der Nähe von Rhodos aus. Denn Sehenswürdigkeiten gibt es hier keine, die Strände sind handtuchgross und das Nachtleben besteht aus einem Bier am Quai. Warum also hinfahren? Darum!

Fotos: TravelBistro

Weil man sich nämlich sofort in diese kleine braune Insel inmitten des grellen Blaus des Mittelmeers verliebt. Hier stören nämlich keine Hotelbunker die Idylle. Im einzigen Dörfchen der Insel gibt es nur einstöckige Häuschen, die ganz untypisch für Griechenland bunt gestrichen sind. Typisch sind dagegen die kleinen Fischerboote (die kaum grösser sind als die berühmte Nussschale), die im Hafen herumdümpeln. 

Verlieben muss man sich auch sofort in Chalkis Bewohner, die jeden Gast wie ein Freund begrüssen – und Tipps geben, in welchem Restaurant es wohl die besten Lekereien gibt. Die Oktopusse sollen hier ganz besonders zart sein.

Chalki ist ein Geheimtipp im Dodekanes-Archipel

Chalki, manchmal auch Halki geschrieben, ist eine von 18 bewohnten Inseln des Dodekanes-Archipels, jener griechischen Inselgruppe, die nur einen Steinwurf von der türkischen Küste entfernt liegt.

200 ständige Bewohner leben auf der Insel. Zur Hochsaison im Sommer kommen noch etwa 1000 Touristen dazu, die sich teils wochenlang in Ferienwohnungen einmieten. Das ist überschaubar und verteilt sich gut. Und schon nach einem Tag kennt einen hier jeder und sobald man seine Nase aus der Wohnung streckt, schallt es von allen Seiten «Kaliméra» herüber.

Insider-Tipp

Ebenfalls ein Schmuckstück im Dodekanes-Archipel ist die Insel Symi, die man mit der Fähre von Rhodos erreicht. Berühmt ist Symi für die Häuser, die so bunt gestrichen sind wie ein Aquarellmalkasten.

Die touristischen Zentren der Dodekanes sind die Inseln Rhodos und Kos mit ihren langen Stränden und grossen Hotelanlagen. Doch wer sich ins östliche Mittelmeer aufmacht und genügend Zeit mitbringt, sollte unbedingt von Insel zu Insel hoppen. Jedes Eiland hat seinen eigenen Charme.

Chalkis Charme ist das Fehlen jeglicher Sightseeing-Hotspots (von einer Burgruine mal abgesehen) und jeglichem künstlichen Entertainment. Was langweilig klingen mag, nimmt allerdings den Zwang, auch in den Ferien etwas unternehmen zu müssen. Herrlich.

Und so plätschern die Tage dahin: Morgens gibt es einen Kaffee bei Theodosia, während wir die Fischer beim Entladen ihrer Bötchen beobachten. Danach lesen auf dem Balkon, Zmittag, Mittagsschläfchen, dösen an einem der drei Strände, Znacht bei Tamazi oder in einem der anderen sechs Restaurants. Noch einen Absacker bei Costas und spätestens um 23 Uhr selig in die Federn fallen.

Auf Chalki vergehen die Tage herrlich unaufgeregt

Der nächste Tag sieht genau so aus. Und der Übernächste. Und der Tag darauf. Da wundert es kaum, dass die Uhr am Glockenturm stur 4 Uhr 20 anzeigt. Einst bimmelte das neue Uhrwerk alle Viertelstunde – zu viel Getöse für die Anwohner. Kurzerhand stellten sie die Uhr ab. Auf die Idee, nur die Glocke einzustampfen, kam hier niemand. Wer braucht schon mitten in der Ägäis eine Uhr.

Ferieninsel Chalki Mittelmeer

Foto: TravelBistro

Und wenn das Buch ausgelesen, jeder Liegestuhl am Strand ausprobiert, und jedes Restaurant getestet wurde, kommt vielleicht doch der Wunsch auf, mal etwas zu unternehmen. Dann könnte man das verlassene Johannes-Kloster am anderen Ende der Insel besuchen. Ich frage bei Dimitri, dem Busfahrer nach – ja, es hat sogar einen Minibus, der Fusslahme zu den Stränden bringt!

«Fährst du heute zum Kloster?»

«Nein, heute kommen keine Tagestouristen.»

«Kannst du mich nicht fahren? Es ist ja nicht weit.»

«Nicht weit!», ruft Dimitri entsetzt. «Es sind 8 Kilometer!»

Hier in Chalki ist das wahrlich eine Reise.

Mein persönliches Fazit

Ich liebe den langsamen Rhythmus der kleinen Insel Chalki. Für meine Erholung ist es perfekt, dass es ausser den Restaurants keine touristische Infrastruktur gibt. Wer allerdings in seinen Sommerferien grössere Sandstrände und Party geniessen möchte, ist hier falsch.

 

Travel Basics

Hinkommen Als Ausgangspunkt für ein Inselhopping empfiehlt sich die Insel Rhodos. Günstige Direktflüge verschiedener Airlines (z.B. mit Edelweiss Air) gibt es bei Hotelplan. 

Herumkommen Billetts für die Fähre können einfach am Hafen in Rhodos gekauft werden. 

Schlafen Auf Chalki mietet man sich am besten eines der umgebauten Häuschen. Empfehlenswert sind die «Villa Dolphin» und die «Villa Michelangelo» (etwa 70 Franken/Tag).

Buchen Unterkünfte, Mietwagen und Ausflüge auf den Dodekanes-Inseln gibt es bei Hotelplan.

 

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