Auswandern auf Zeit

Nichts wie weg wird immer beliebter. Vor allem in der kalten Jahreszeit wird die Vorstellung von einem Umzug in wärmere Gefilde sehr verlockend. Hatten Sie auch schon mal den Traum, ein paar Monate in ein anderes Land zu ziehen? Mit diesen Tricks klappt‘s.

Auswandern auf Zeit

Vorteile eines begrenzten Auslandsaufenthalts

Am besten ist es sich nicht Hals über Kopf ins Abenteuer Auswandern zu stürzen. Als Vorbereitung kann man erst einmal für begrenzte Zeit im Ausland leben. So kann man ohne Risiko feststellen, ob man im Zielland dauerhaft leben möchte oder das Auswandern überhaupt das Richtige ist. Es gibt viele Gründe, die für einen solchen begrenzten Auslandsaufenthalt sprechen.

  • unvergessliche, charakterbildende Erlebnisse
  • kein Risiko (keine Abmeldung, Wohnsitz bleibt bestehen, Versicherung läuft weiter, etc.)
  • Sprachkenntnisse erweitern
  • interkulturelle Kompetenz fördern
  • Selbstbewusstsein steigern
  • Auslandserfahrungen sammeln
  • Andere Arbeitswelt kennenlernen
  • Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigern

Erste Erfahrungen sammeln

Erste Erfahrungen mit einem längeren Aufenthalt im Ausland sind extrem bereichernd und beruhigen, wenn es schliesslich ums dauerhafte Auswandern geht. Nach Möglichkeit kann man sich schon durch einen Auslandsaufenthalt während der Schul- oder Studienzeit auf diese Weise vorbereiten. Während der Ausbildungsjahre ist man noch vogelfrei und es gibt diverse Unterstützungsangebote weltweit (u.a. Stipendien, Austauschprogramme oder Studienkredite).

 

Gute Vorbereitung ist das A und O

Ein persönlicher Traum soll in Erfüllung gehen, indem man in ein anderes Land zieht. Damit er nicht nach wenigen Wochen platzt, sollte man sich vorher einige Gedanken darüber machen was man sich vorstellt und wie genau man es ermöglichen kann. Gute Vorbereitung ist die Grundvoraussetzung für eine bereichernde und unvergessliche Erfahrung.

 

An was muss man denken

Geld: Man sollte mindestens für die ersten zwei bis drei Monate komplett, das heisst mit mindestens 3000-4000 Franken an Ersparnissen, abgesichert sein. Im Idealfall findet man innerhalb weniger Wochen einen Job und muss das Sparkonto nicht einmal anrühren, sondern kann es für Notfälle nutzen.

Versicherungen: Über eine umfassende Kranken-, Unfall- und Haftpflicht-Versicherung sollte man sich früh genug kümmern. Die Optionen der Dr. Walter und Hanse Merkur Versicherungen sind für lange Aufenthalte besonders zu empfehlen.

Sozial- und Rentenversicherung: Solange man sich im europäischen Raum bewegt, bleiben die Rentenansprüche auf bereits gezahlte Beiträge bestehen. Für dauerhafte Auswanderer in nicht-europäischen Ländern verfallen diese Ansprüche nach einer gewissen Zeit. Wer auswandert, kann und sollte sich für eine private Rentenversicherung entscheiden, um für das Alter vorzusorgen.

Abmelden im Heimatland: Wer für sechs Monate oder länger ins Ausland geht, muss sich bei der Gemeinde offiziell abmelden. Achtung: Wenn dies nicht getan wurde, können bei der Rückkehr u.a. von der Krankenkasse Nachzahlungen verlangt werden.

Wohnungssuche oder im Hotel wohnen: Die ersten drei bis vier Nächte kann man bequem im Hotel unterkommen, um sich zu erholen und zu orientieren. Damit die eisernen Rücklagen nicht gleich aufgebraucht werden, sollte man sich aber so schnell wie möglich um eine langfristige Unterkunft kümmern. Gute Angebote für Wohnungen findet man meist an schwarzen Brettern in Cafés, in der Zeitung oder auf beliebten Webseiten wie Facebook (in Australien auch: Gumtree).

Steuerpflicht: Wer seinen Hauptwohnsitz in der Schweiz hat, ist dort auch steuerpflichtig – auch, wenn man sich nicht im Land aufhält. Je nach den Gesetzen im Land, in dem man arbeitet, kann es auch sein, dass man dort steuerpflichtig wird. Eine Fülle an hilfreichen Informationen zu Steuerfragen bietet Christoph von Staatenlos.ch.

Die eigene Motivation verstehen: Vor einer so folgenreichen Entscheidung wie einer Auswanderung sollte man sich über die eigenen Beweggründe im Klaren sein. Suche ich nach einer neuen privaten oder beruflichen Herausforderung? Laufe ich vor meinem Versagen oder einer gescheiterten Beziehung davon? Eine Betrachtung der psychologischen Hintergründe ist sehr spannend.

 

Arten um „unterwegs“ Geld zu verdienen

Nun ist man gut im Land angekommen, hat sich schon ein paar Monate eingelebt und möchte den nächsten Schritt gehen: Um dauerhaft im Land bleiben zu können, muss ein regelmässiges Einkommen her. Der Job sollte vertraglich flexibel sein und im Idealfall genug Zeit zum Erkunden des Landes zulassen.

Diese Jobs ermöglichen ein flexibles Arbeiten im Ausland:

  • Digitale Nomaden: Dieser moderne Arbeitsbereich bezeichnet die Menschen, die digital arbeiten und sich so eine „nomadische“ Lebensweise mit vielen Reisen ermöglichen. Es gibt immer mehr Berufe, die ein solches, ortsunabhängiges Leben ermöglichen.
  • Freiberufliche Tätigkeiten: Blogger, Autor, IT, Web-Developer, Design, Fotografie, etc.
  • Lehrer: Englisch oder Deutsch unterrichten (je nach Qualifikation von Kindergarten bis Universität)
  • Tourismusbereich (Reisebüro, Tour-Guide, Hotels)
  • Gastronomie: Kellnern, eigenes Restaurant, Café

Legal arbeiten im Ausland

Wenn man im Traumland auf Arbeitssuche gehen möchte, sollte man sich darüber informieren, ob das überhaupt legal ist. Wer ohne gültiges Visum arbeitet, macht sich nicht nur strafbar, sondern riskiert auch für immer des Landes verwiesen zu werden und ruiniert sich potenziell den Auswanderungs-Traum. Meist braucht man eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Informationen für das jeweilige Reiseland gibt es online sowie im zugehörigen Konsulat oder der Botschaft.

Wenn man beispielsweise ein „Working Holiday“ Visum bekommen hat, kann man ein ganzes Jahr lang durch Australien und Neuseeland reisen und dort überall zeitweise Arbeiten (unter gewissen Bedingungen). In den meisten anderen Ländern ist es nicht ganz so einfach wie in Down Under. In Indonesien kostet ein Arbeitsvisum beispielsweise fast 2000 Euro für sechs Monate. Als Selbstständiger oder indonesisches Unternehmen muss man bei dieser Investition zweimal überlegen.

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