Italien – So feiert man Ostern im Süden

Ostern ist für die gläubigen Italiener die wichtigste Zeit des Jahres. Oft geht es ernst zu und her. Das Wichtigste aber ist: Mit Freunden schlemmen und geniessen. Wir haben das leckerste Rezept.

Italien – So feiert man Ostern im Süden

Erstmal die wichtigste Mitteilung vorneweg: In Italien hoppelt kein Osterhase durch die Lande und versteckt Leckereien. Das mag manche Schleckermäuler enttäuschen. Aber kein Grund zur Sorge: Geschlemmt wird über Ostern bei unseren südlichen Nachbarn natürlich ausgiebig. Beispielsweise im Örtchen Castiglione in der Toskana, wo die lokale Schokoladenfabrik das grösste Schoggi-Ei des Landes herstellt, welches dann gemeinsam auf dem Dorfplatz gegessen wird.                                                      

Überhaupt lautet das Motto der italienischen Ostern: Natale con i tuoi, pasqua con chi vuoi – Weihnachten mit der Familie, Ostern, mit wem du willst. Gefeiert wird hier also mit allen Freunden und Bekannten. Aber bevor es gemeinsam gesellig wird, geht es ernst zu und her.

Der Karfreitag ist der Tag der Prozessionen

Der religiöse Höhepunkt der Karwoche ist der Karfreitag, wenn man der Tragik der Kreuzigung Christi mit Prozessionen gedenkt. Meist schweigend ziehen die Menschen durch ihr Dörfer und folgen dabei dem Kreuz aus der Dorfkirche oder heiligen Christusstatuen.

Etwas farbenfroher, aber nicht weniger ernst, geht es im Dorf Grassina (Toskana) zu. Dort spielt die Bevölkerung in historischen Kostümen den Leidensweg Christi von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zur Grablegung nach. Solche «Passionspiele» werden auch an anderen Orten angehalten, beispielsweise auch in Valatta in Kampanien.

Ostern feiern in Italien

Foto: Shutterstock

Tausende Gläubige beten mit dem Papst

Die wichtigste Kreuzwegandacht findet jedoch in Rom statt. Seit den 60er Jahren betet der Papst an den 14 Kreuzwegstationen am Kolosseum. Begleitet wird er dabei (normalerweise) von zehntausenden Gläubigen. Überhaupt ist der Papst im katholischen Italien die wichtigste Person während der Osterfeierlichkeiten. Nebst der Messe in der Osternacht ist der päpstliche Segen Urbi et Orbi am Ostersonntag der Höhepunkt des katholischen Osterfests. Hierbei segnet der Papst die Stadt Rom (Urbi) und den gesamten Erdkreis (Orbi). Menschen, welche den Segen empfangen, erlangen einen Ablass ihrer Sünden.

Auch wen Ostern in Italien eine ernste Angelegenheit ist, gibt es natürlich auch spassige Traditionen. So spielt man im Ort Cividale in der Region Udine das «Gioco del Truce». Dabei werden Eier in eine Sandkuhle gerollt. Wessen Ei getroffen wird, muss dem Gegner einen kleinen Geldbetrag zahlen.

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In Florenz knallts

In der toskanischen Hauptstadt Florenz wird der Ostersonntag mit einem Feuerwerk vor der Kathedrale eingeläutet. Im Mittelalter bestand in Florenz die Tradition, das Osterfeuern zu den Haushalten zu bringen. In den folgenden Jahrhunderten ist daraus ein veritables Spektakel geworden: Vor dem Dom wird ein mehrstöckiger Wagen gezogen, der mit Feuerwerken gespickt ist. Mit einer Rakete in Form einer Taube, die man aus der Kirche schiesst, wird das Feuerwerk entzündet. Klappt das, steht Florenz ein gutes Jahr bevor.

Ostern feiern in Italien

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Torta Pasqualina – das Traditionsgericht

Während am Ostersonntag ein grosses Festessen auf dem Programm steht, gehts am Ostermontag traditionell mit der Familie und Freunde zu einem Picknick. An dem Tag, der Pasquetta, dem kleinen Ostern, wird traditionell die «Torta Pasqualina» gegessen – ein salziger Osterkuchen aus Eiern, Ricotta und Spinat.

So wirds gemacht!

Zutaten

Für den Teig: 500 gr. Mehl, 250 ml Wasser, Öl, Salz

Für die Füllung: etwa 1 kg Spinat, 300 gr. Ricotta, 50 gr. Parmesan, 6 Eier, Salz, Pfeffer, Muskatnuss. Wer mag, kann mit einer kleinen Zwiebel, Knoblauch und Majoran ergänzen.

Zubereitung

Den Teig kneten und etwa eine Stunde ruhen lassen, dann in zwei grosse und zwei kleinere Kugeln formen, jeweils ausrollen. Unser Tipp: Man kann auch fertigen Blätterteig verwenden!

Den Spinat (und eventuelle Zwiebel und Knoblauch) einkochen lassen, abschmecken und mit einem Ei und Käse vermischen. Die beiden grösseren Teigfladen in eine runde Kuchenform geben, mit der Gabel einstechen und etwas mit Öl bestreichen. Die Füllung einfüllen und vier bis fünf kleine Mulden bilden. In diese die restlichen Eier geben, darauf achten, dass das Eigelb nicht zerläuft. Nun mit den restlichen beiden Teigfladen belegen. Bei 200 Grad für etwa 50 Minuten backen.

Ostern feiern in Italien

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